Feuerhemmend behandelte Holzlamellen: Was FR-Behandlung bedeutet und wann Sie sie benötigen

Wann wird die Brandschutzklasse zur Ausschreibungsanforderung?

Bei den meisten Wohnprojekten ist das Brandverhalten eines Wandpaneels über eine grundlegende Brennbarkeitsprüfung hinaus keine verbindliche Anforderung. In gewerblichen Räumen, im Gastgewerbe, im Gesundheitswesen, in Bildungseinrichtungen und in Versammlungsstätten ist es hingegen eine zwingende Spezifikationsanforderung, deren Nichteinhaltung rechtliche Konsequenzen haben kann.

Zu wissen, was eine feuerhemmende Behandlung ist, was sie bewirkt und wann sie erforderlich ist, erspart teure Fehler bei der Ausschreibung.

Wie lautet die EU-Brandschutzklassifizierung für Wandverkleidungen?

Das europäische Klassifizierungssystem für Bauprodukte (EN 13501-1) bewertet Materialien auf einer Skala von A1 (nicht brennbar) über A2, B, C, D, E bis F (keine Leistung ermittelt). Für Wandverkleidungen in den meisten gewerblichen Anwendungen ist die Klasse B-s1,d0 die übliche Mindestanforderung. In manchen Risikobereichen, etwa Treppenhäusern, Fluren oder Gebäuden oberhalb bestimmter Belegungsgrenzen, kann die Klasse A2 oder A1 erforderlich sein.

Natürliches, unbehandeltes Holz erreicht typischerweise die Klasse D oder E. Es brennt. Dies ist eine strukturelle Eigenschaft zellulosebasierter Materialien. Eine feuerhemmende Behandlung hebt behandeltes Holz in der Klassifizierungsskala nach oben, üblicherweise auf Klasse B oder C, je nach Behandlungsart und konkretem Holzprodukt.

Was umfasst eine feuerhemmende Behandlung konkret?

Die feuerhemmende Behandlung von Holz umfasst typischerweise eine Imprägnierung mit anorganischen Salzen; am häufigsten kommen Verbindungen aus Phosphor, Stickstoff und Bor zum Einsatz. Diese wirken über mehrere Mechanismen: Manche setzen bei Erhitzung Wasserdampf frei, was die Verbrennung verzögert. Andere bilden eine Verkohlungsschicht auf der Holzoberfläche, die isoliert und das Brennen verlangsamt. Manche unterbrechen die chemische Kettenreaktion der Verbrennung.

Die Behandlung kann als Oberflächenbeschichtung (dämmschichtbildende Farbe oder Lack) oder als Tiefenimprägnierung unter Druck erfolgen (der bevorzugte Ansatz für Massivholz in anspruchsvollen Anwendungen). Oberflächenbehandlungen genügen manchen Anforderungen; druckimprägniertes Holz ist robuster und für exponierte oder häufig berührte Oberflächen geeignet.

Das Zertifikat ist ebenso wichtig wie die Behandlung selbst. FR-Holz sollte mit einem Prüfzertifikat einer notifizierten Stelle geliefert werden, das die konkret erreichte EU-Brandschutzklasse für den spezifischen Produktaufbau bestätigt. Das Zertifikat sollte das Produkt, die Holzart, das Behandlungsverfahren und die erreichte Klasse benennen.

Wann ist eine FR-Behandlung erforderlich?

Die Anforderung hängt von der Gebäudenutzung, dem jeweiligen Bereich im Gebäude und den geltenden nationalen Bauvorschriften ab. Allgemeine Orientierung für gängige Szenarien:

  • Privates Wohnen (Einfamilienhaus): in der Regel keine FR-Anforderung für Innenwandpaneele
  • Wohngebäude über 2 Geschossen: Flure, Treppenhäuser und Fluchtwege erfordern häufig mindestens Klasse B
  • Hotels: alle öffentlichen Bereiche erfordern typischerweise mindestens Klasse B, manche Bereiche Klasse A2
  • Restaurants und Bars: öffentliche Bereiche typischerweise mindestens Klasse B
  • Büros: Flure und Gemeinschaftsbereiche typischerweise Klasse B; einzelne Büroräume oft weniger streng
  • Schulen und Gesundheitswesen: durchgehend typischerweise Klasse B oder A2 erforderlich

Überprüfen Sie die Anforderungen stets mit der örtlichen Bauaufsichtsbehörde oder einem qualifizierten Brandschutzingenieur. Die nationale Umsetzung der EU-Vorschriften variiert, und die Anforderungen in Lettland, Litauen, Deutschland und den Niederlanden etwa können sich im Detail unterscheiden.

Beeinflusst die FR-Behandlung das Erscheinungsbild?

Druckimprägnierte FR-Behandlung hat nur minimale Auswirkungen auf das Erscheinungsbild des Holzes. Das Holz kann etwas dunkler wirken oder eine leicht veränderte Oberflächenstruktur aufweisen, doch die Maserung und die natürliche Optik bleiben weitgehend erhalten. Oberflächlich aufgetragene dämmschichtbildende Beschichtungen sind sichtbarer: je nach Produkt ein mattweißer oder klarer Lack. Bei exponierten Holzoberflächen in repräsentativen Anwendungen sollten Sie beim Lieferanten das Erscheinungsbild des behandelten Produkts erfragen und ein Muster anfordern.

Die Brandschutzklassenzertifizierung ist auf den entsprechenden Produktseiten im Sortiment an Holzlamellenpaneelen von Wall Panels Pro aufgeführt, sodass Sie die Konformität vor der Ausschreibung bestätigen können.

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