Modified Clay Material (MCM): Was es ist und warum es traditionelle Verkleidungen ersetzt
Was ist Modified Clay Material (MCM)?
Modified Clay Material, abgekürzt MCM, ist eine Verbundwerkstoff-Wandverkleidung, die in den letzten Jahren in Europa deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Sie wird inzwischen für Hotels, Wohnungsrenovierungen, Ladenausbauten und Fassadenprojekte auf dem gesamten Kontinent spezifiziert. Und dennoch haben die meisten Hausbesitzer und sogar viele Handwerker noch nie davon gehört.
Das ändert sich schnell. Hier erfahren Sie, was Sie wirklich wissen müssen. Eine ausführlichere Übersicht über die fertigen Paneele und ihre Spezifikation finden Sie in unserem vollständigen Leitfaden zu flexiblen MCM-Steinwandpaneelen.
Woraus besteht MCM?
MCM wird aus einer Mischung anorganischer Mineralpulver hergestellt: Quarz, Ton, Gesteinsmehl und recycelte Gesteinsreste, kombiniert mit hochleistungsfähigen Polymerharzen. Die Mischung wird bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen zu dünnen Platten gepresst. Ein Brennvorgang im Ofen entfällt, was mit ein Grund dafür ist, dass der Prozess deutlich weniger Energie verbraucht als die klassische Herstellung von Keramikfliesen.
Das Ergebnis ist ein Paneel, das typischerweise 2 bis 5 mm dick ist und zwischen 3 und 7 kg pro Quadratmeter wiegt. Vergleicht man das mit Standard-Feinsteinzeug mit 20 bis 40 kg/m2, werden die Auswirkungen auf Gebäudestruktur, Transport und Installation offensichtlich.
Was macht MCM flexibel?
Die Polymerkomponente im Bindemittel verleiht MCM seine entscheidende Eigenschaft: Flexibilität. Sie können ein Paneel um einen Radius von 20 cm oder weniger biegen, ohne dass es reißt. Das ist ein deutlicher Unterschied zu jedem Keramik- oder Steinprodukt.
Bei einer gewölbten Säule oder einer gebogenen Fläche bedeutet das: kein Streifenzuschnitt, kein Verschnitt und keine sichtbaren Fugen. Ein durchgehendes Paneel folgt der Rundung. Bei Projekten mit nicht ebenen Flächen, von denen es mehr gibt, als man annehmen würde, verändert das die gesamte Machbarkeitsrechnung.
Welche Oberflächenausführungen sind erhältlich?
MCM kann eine breite Palette natürlicher Materialien nachbilden. Die gängigsten Ausführungen sind:
- Natursteinoptik: Schiefer, Marmor, Travertin, Sandstein, Kalkstein, Quarzit
- Terrakotta-Optik
- Beton- und Microcement-Optik
- Holzoptik (weniger verbreitet, aber erhältlich)
Die Textur entsteht durch den Formgebungsprozess, bei dem Formen verwendet werden, die von echten Steinoberflächen abgenommen wurden. Das Ergebnis ist eine dreidimensionale Oberfläche mit echtem Relief, kein aufgedrucktes Muster auf einer flachen Platte. Jede Ausführungsfamilie hat ihre eigene Serie: Zu den größten zählen Paneele in Travertin-Optik und Spaltstein im Rough-Cut-Stil, und ein einzelnes Paneel wie das Milan Travertine Board zeigt, wie genau das geformte Relief dem Originalstein folgt.
Wo wird MCM eingesetzt?
Wandgestaltung im Innenbereich ist die häufigste Wohnanwendung. Eine einzelne Akzentwand im Wohnzimmer oder Badezimmer, verkleidet mit einem MCM-Paneel in Steinoptik, wirkt aus normalem Betrachtungsabstand wie das Original.
Bei der Fassadenverkleidung im Außenbereich zahlt sich MCM kommerziell besonders aus. Gebäude mit strukturellen Einschränkungen, etwa historische Bauten, Leichtbaukonstruktionen oder Nachrüstungen oberer Stockwerke, können oft die Last von echtem Stein oder schwerem Feinsteinzeug nicht tragen. MCM liefert die optische Wirkung ohne den Gewichtsnachteil.
Säulenverkleidung, Aufzugslobbys, Empfangsbereiche, Restaurantinneneinrichtungen, Ladenauslagen: überall dort, wo die Oberfläche gewölbt ist, das Gewicht begrenzt ist oder es schnell gehen muss, lohnt sich die Spezifikation von MCM.
Wofür ist MCM nicht geeignet?
MCM ist ein Wandmaterial. Es ist nicht für den regulären Bodeneinsatz unter Fußgängerverkehr ausgelegt: Für Böden benötigen Sie Vinyl, Feinsteinzeug oder Naturstein. Auch SPC-Paneele sind kein Bodenprodukt, sondern ein wasserdichtes Wand- und Deckenpaneel, und sie sind die richtige Wahl für Duschen und andere Nassbereiche, in denen MCM nicht eingesetzt werden sollte. Für Wände, innen wie außen, hält hochwertiges MCM Temperaturen von -20°C bis 150°C stand und trägt Brandschutzklassen bis Klasse A2 nach EU-Normen.
Zudem ist es nicht zerbrechlich. Der Polymeranteil verleiht ihm eine Schlagfestigkeit, die Keramik nicht erreicht. Die Paneele splittern nicht an den Kanten und neigen beim Transport oder bei der Installation nicht zu Abplatzungen.
Wer stellt PHOMI her, und wie passt es in den europäischen Markt?
Der weltweit führende MCM-Hersteller ist PHOMI, ein chinesisches Unternehmen, das sein Econiclay-Material in 120 Ländern zertifiziert hat. Deren Produkte finden Sie im Sortiment an flexiblen Fliesen und Steinfurnieren bei Wall Panels Pro, mit Lieferung in die EU.
Nicht jedes MCM hat dieselbe Qualität. Vor dem Kauf sollten Sie vor allem die Brandschutzzertifizierung, die Frost-Tau-Prüfdaten für den Außeneinsatz und die Verträglichkeit des Klebesystems mit alkalibeständigen, flexiblen Fliesenklebern prüfen.
Die ehrliche Zusammenfassung
MCM existiert, weil echter Stein schwer, spröde, teuer und starr ist, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Es versucht nicht, Stein bei jedem Projekt zu ersetzen. Es ist die richtige Antwort bei gewölbten Flächen, gewichtsbeschränkten Bauwerken, kurzen Installationszeiten und Projekten, bei denen das Budget echten Naturstein unmöglich macht.
Bei diesen Projekten ist es kein Kompromiss. Es ist die klügere Spezifikation.