Wie man eine gebogene Akzentwand mit flexiblen Steinfliesen verkleidet
Wie man eine gebogene Akzentwand mit flexiblen Steinfliesen verkleidet
Eine gebogene Wand mit nahtloser Steinverkleidung sieht aus, als hätte sie viel Geld gekostet. Früher war das so. Mit flexiblen Fliesen sind die Materialkosten vergleichbar mit Standard-Steinfliesen und die Verlegezeit kürzer als bei Keramik auf einer ebenen Wand.
Untergrundvorbereitung
Die Wand muss sauber, trocken und stabil sein. Kleine Unebenheiten bis 5 mm sind akzeptabel – die Platte gleicht sie aus. Größere Abweichungen müssen mit flexiblem Putz ausgeglichen werden. Bei gebogenen Wänden prüfen, ob der Radius gleichmäßig ist – eine unregelmäßige Krümmung verursacht Probleme an den Kanten. Auf saugfähigen Untergründen (roher Putz, alter Putz) einen flexiblen Haftgrund auftragen und vollständig trocknen lassen, bevor der Kleber aufgetragen wird.
Kleberauswahl
Alkaliresistenten, flexiblen Fliesenkleber verwenden, keinen Standard-Keramikfliesenkleber. Für Außenflächen Kleber verwenden, der für den Außenbereich zugelassen und bei kaltem Klima frostbeständig ist. Kleber sowohl auf die Wandfläche als auch auf die Rückseite der Platte auftragen (beidseitige Verklebung) bei Außenanwendungen oder überall dort, wo eine dauerhafte, belastbare Verbindung erforderlich ist. Für dekorative Innenanwendungen reicht die einseitige Verklebung.
Arbeiten an einer Kurve
Die Platten zunächst ohne Kleber auslegen. Bei einer konvexen Wand von der Mitte nach außen arbeiten – so bleibt das Muster symmetrisch und die Kanten sind besser planbar. Bei einer Säulenverkleidung die Fugen so planen, dass sie an der am wenigsten sichtbaren Stelle liegen (meist die Innenseite, die vom Hauptblickwinkel wegzeigt).
Platten von der Mitte nach außen andrücken, um eingeschlossene Luft zu entfernen. Für gleichmäßigen Kontakt einen Gummiwischer oder Druckbrett verwenden – besonders bei engeren Kurven, wo die Platte in die Oberfläche geführt werden muss. Für engere Radien können die Platten leicht mit einem Heißluftgebläse erwärmt werden. Der Standard-Biegeradius beträgt 20 cm; Sonderanfertigungen sind bis 8 cm erhältlich.
Zuschneiden und Kantenbearbeitung
Flexible Fliesen mit einem Winkelschleifer und Diamantscheibe schneiden – dieselbe Ausrüstung wie für Porzellan oder Naturstein. Das Material besteht zu etwa 98 % aus Mineralien, daher schneidet es trotz Flexibilität eher wie Stein als wie ein weicher Verbundstoff. Ein Cuttermesser funktioniert technisch für gerade Schnitte bei dünneren Platten, verschleißt die Klingen aber schnell und die Schnittqualität ist im Vergleich zum Winkelschleifer schlecht.
Für gebogene Kanten (z. B. um eine Säulenbasis oder einem Bogen folgend) den Winkelschleifer freihändig führen oder zuerst eine Schnittlinie als Führung anritzen. Das Material erzeugt im Vergleich zu Porzellan nur wenig Staub, dennoch eine Staubmaske tragen.
Fugenbehandlung
Für Innenwände können die Platten dicht aneinander stoßen, ohne Fugenmörtel. Für den Außenbereich oder Feuchträume Bewegungsfugen mit flexiblem, zementbasiertem Fugenmörtel füllen.
Fertigstellung
Nach dem Verlegen der Platten mit einer 15–20 kg schweren Walze fest über die gesamte Fläche rollen und nach 30–60 Minuten erneut walzen. Bei Außenarbeiten 24 Stunden vor Regen schützen.
Der gesamte Prozess für eine 10 m² große gebogene Akzentwand – von der Untergrundvorbereitung bis zum Finish – dauert bei einem kompetenten Installateur etwa 4–6 Stunden.