Kantenprofile von Holzwolle-Akustikplatten erklärt: B0, B5, B11, A24, E24 und C
Bei der Ausschreibung einer Holzwolle-Decke bekommen Dicke und Fasernbreite die volle Aufmerksamkeit. Das Kantenprofil bekommt fast keine – dabei ist genau diese Wahl es, die am sichtbarsten bestimmt, wie die fertige Oberfläche wirkt. Zwei Decken mit identischen 25-mm-Platten können als eine durchgehende, strukturierte Fläche oder als regelmäßiges Raster einzelner Platten erscheinen – allein weil die Plattenkanten unterschiedlich zugeschnitten wurden. Hier erfahren Sie, was jedes Profil bewirkt und wann es eingesetzt wird.
Warum ist das Kantenprofil wichtig?
Eine Holzwolleplatte ist eine zugeschnittene Platte aus mineralisierter Faser. Lässt man die Kante rechtwinklig und stößt zwei Platten aneinander, entsteht eine sichtbare Linie, wo die Faserenden zusammentreffen. Fast man die Kante ab, wird diese Linie zu einer bewussten Schattenfuge. Falzt man die Kante, kann die Platte in ein Deckenraster einlegen, mit sichtbarem oder verdecktem Rahmen. Die akustische Leistung der Platte bleibt dabei weitgehend gleich. Was sich ändert, ist die Anmutung der Oberfläche, die Toleranz auf der Baustelle und ob sich eine Platte später zur Wartung von Installationen darüber wieder entnehmen lässt.
Sonablock wird in sieben Profilen geliefert: B0, B5, B11, A24, E24, E24/90 und C. Sie lassen sich drei Gruppen zuordnen.
Welche Kantenprofile eignen sich zur Direktmontage?
Diese Profile werden direkt auf Lattung oder eine Holzunterkonstruktion geschraubt, ohne Abhängesystem.
- B0, gerade Kante. Die Platte wird sauber im rechten Winkel geschnitten. Stumpf gestoßen ergibt sie das, was einer durchgehenden, monolithischen Fläche am nächsten kommt. Dieses Profil wählt man, wenn die Decke als eine Textur wirken soll und nicht als Plattenraster. Der Nachteil: Es verzeiht am wenigsten – jede Abweichung in der Lattenlinie zeigt sich als unregelmäßige Fuge, weil kein Schatten sie kaschiert.
- B5, kleine Fase. Eine moderate Abschrägung an der sichtbaren Kante. Stößt man zwei Platten aneinander, entsteht eine feine V-Fuge. Dies ist die pragmatische Standardwahl für die meisten Projekte. Sie hält die Fläche ruhig und gibt dem Verleger zugleich einige Millimeter Toleranz, weil eine leicht unpräzise Fuge in der Nut verschwindet, statt aufzufallen.
- B11, größere Fase. Eine tiefere Abschrägung erzeugt eine ausgeprägte Schattenlinie. Hier ist das Raster Teil der Gestaltung und nicht etwas, das kaschiert werden muss. Es eignet sich für große Decken, bei denen ein betontes Modul Maßstäblichkeit verleiht, und ist von den dreien am tolerantesten gegenüber einem unebenen Untergrund.
Die Faustregel: je größer die Fase, desto mehr wird das Fugenbild zum Gestaltungselement und desto weniger präzise muss die Zimmererarbeit sein. Bei einer Sanierung, wo die vorhandene Struktur nicht eben ist, erspart B11 viel Ärger.
Welche Kantenprofile eignen sich für Deckenraster?
Diese sind so zugeschnitten, dass sie in ein T-Raster-Deckensystem einlegen – wie es in Büros und öffentlichen Gebäuden verwendet wird, wo der Zugang oberhalb der Decke wichtig ist.
- A24. Gefalzt, sodass die Platte in ein sichtbares 24-mm-T-Raster einlegt und mit sichtbarem Rasterflansch sitzt. Dies ist die klassische Optik einer demontierbaren Decke, und ihr Vorteil ist rein praktisch: Jede Platte lässt sich in Sekunden entnehmen, um Zugang zu Verkabelung, Lüftungskanälen oder einem Ventil zu erhalten.
- E24. Gefalzt, um das 24-mm-Raster zu verdecken, sodass die Platten hervortreten und der Rahmen aus dem Blickfeld verschwindet. Man behält die Demontierbarkeit, verliert aber die sichtbare Metalllinie. Dieses Profil ist für Planer gedacht, die die Zugänglichkeit eines Rastersystems mit der Optik einer fest montierten Decke kombinieren möchten.
- E24/90. Eine Variante von E24, deren Falz für eine Neunzig-Grad-Situation ausgelegt ist – eingesetzt dort, wo Platten an einer Ecke oder einem Ebenenwechsel zusammentreffen und der Standardfalz keine saubere Lösung ergäbe.
Wofür ist das Kantenprofil C?
C ist eine profilierte Kante für Fälle, in denen Platten ineinandergreifen oder auf ein Randdetail treffen müssen, statt einfach nur stumpf zu stoßen oder in ein Raster einzulegen. Es kommt bei individuellen Layouts sowie an Übergängen zu Wänden, Unterzügen und sichtbaren Konstruktionen zum Einsatz. Wenn Ihr Layout viele nicht standardisierte Randbereiche aufweist, lassen Sie uns lieber die Zeichnung prüfen, statt zu raten – denn dies ist das Profil, das am häufigsten falsch spezifiziert wird.
Welches Kantenprofil sollte ich wählen?
- Neubau, ebener Untergrund, nahtlose Textur gewünscht: B0.
- Fast alles andere bei Direktmontage: B5. Es ist die sichere Wahl und diejenige, die wir empfehlen, wenn kein triftiger Grund für eine andere besteht.
- Sanierung, unebene vorhandene Struktur, oder eine große Halle mit gewünschtem betontem Modul: B11.
- Installationen über der Decke, die regelmäßigen Zugang benötigen, Raster darf sichtbar sein: A24.
- Installationen über der Decke, Raster darf nicht sichtbar sein: E24, mit E24/90, wo es die Geometrie erfordert.
- Komplexer Randbereich oder ineinandergreifendes Layout: C, und schicken Sie uns die Zeichnung.
Beeinflusst das Kantenprofil die Brandklasse oder die akustische Leistung?
Hier lohnt sich Klarheit. Das Kantenprofil verändert die Brandschutzklassifizierung der Platte nicht. Standard-Sonablock bleibt unabhängig von der gewählten Kante Euroclass B-s1,d0 nach EN 13501-1 mit CE-Kennzeichnung gemäß EN 13168, und dasselbe gilt für die Serie Sonablock FireSafe, klassifiziert als A2-s1,d0 gemäß EN 13168:2012+A1:2015 für Projekte, die nichtbrennbare Materialien vorschreiben.
Auch die Absorption wird durch die Kante nicht nennenswert verändert. Sonablock erreicht αw 0,60 bis 0,65, Absorptionsklasse C, geprüft nach EN ISO 354 durch RISE Research Institutes of Sweden (Bericht O100282), als blanke Platte mit 200 mm Luftspalt. Was die Absorption tatsächlich verändert, ist der Hohlraum hinter der Platte, nicht die Form ihrer Kante: Wie bei allen Holzwolle-Zementplatten erhöht das Einbringen von Mineralwolle in diesen Hohlraum die Absorption erheblich, und veröffentlichte Daten aus der Kategorie zeigen, dass auf diese Weise Aufbauten der Klasse A erreicht werden. Ein Deckenraster hilft dabei, weil es per Definition einen tiefen Hohlraum schafft.
Wann sollte ich mich für ein Kantenprofil entscheiden?
Das Kantenprofil ist eine werkseitige Entscheidung, keine, die ein Handwerker auf der Baustelle anpasst. Einen Falz nachträglich in eine gelieferte Platte mit gerader Kante zu schneiden funktioniert nicht gut, und eine von Hand geschnittene Fase entspricht nie der Werkskante. Legen Sie das Profil zusammen mit dem Layout fest, nicht erst nach Ankunft der Paletten.
Die Platten sind in 600 x 600, 1200 x 600 und 2400 x 600 mm bei 15 oder 25 mm Dicke erhältlich, in Natural sowie White RAL 9010, Light Grey RAL 7035, Dark Grey RAL 7004 und Black RAL 9011, mit individuellen RAL- und NCS-Tönen auf Anfrage.
Nicht sicher, welches Profil Ihre Decke benötigt? Senden Sie uns den Deckenspiegel und den Aufbau des Untergrunds, und wir spezifizieren die Kante, die Befestigungsmethode und die Palettenmenge. Vollständiges Sortiment und Dokumentation in der Sonablock-Holzwolle-Kollektion.